Samstag, 24. Juli 2010

Neue Adresse

Anbei meine neue Blog Adresse: http://antiquusmundus.wordpress.com
Blogger adè

Dienstag, 6. Juli 2010

Unistress und Blogger adè

Hallo,

im Moment befinde ich mich in vollem Uni-Stress. Es stehen eine Menge von Prüfungen, Arbeiten und Klausuren an, ich bitte daher um Verständnis, dass ich noch nichts über die zwei neuen Dinosaurier Fukutitan nipponensis aus der Frühkreide Japans und dem Atsingaosaurus velauciensis aus der Spätkreide Frankreichs gepostet habe.
Ferner steht aus administrativen Gründen noch ein Wechsel an. Ich werde demnächst aus administrativen Gründen bei einem anderen Bloganbieter meinen Blog betreiben. Diese Blog bleibt aber bestehen und dient daher sozusagen als Archiv. Die neue Adresse werde ich demnächst posten.

Also liebe Grüße

Marcel

Sonntag, 6. Juni 2010

Horndinosaurier, Iguanodonten und der obligatorische Theropode

Wie schon in meinen letzten Eintrag angedeutet, werden sehr bald viele neue Ceratopsia auf der Bildfläche erscheinen. Dummerweise sehe ich keine Möglichkeit an den Sammelband heranzukommen der all diese neuen Taxa vorstellt. So bin ich leider nur auf etwas unvollständige Angaben angewiesen, aber ich versuche das Beste daraus zu machen. Zunächst konzentrieren wir uns einmal auf die Taxa die recht groß und breit im Netz präsentiert wurden. Zu diesen Tieren gehört der große Chasmosaurine Coahuilaceratops magnacuerna aus dem Campanium Mexicos, der Centrosaurine Diabloceratops eatoni aus dem Campanium New Mexicos und der Chasmosaurine Medusaceratops lokii aus dem Campanium Montanas. Diese zwischen 5 und 7m langen Tiere sind relativ spektakulär und fallen durch sehr lange Brauenhörner oder durch eine ungewöhnliche Nackenschildverzierung auf. Auffällig ist außerdem, dass alle drei schon vor einiger Zeit im Internet angedeutet oder sogar mit ihren richtigen Gattungsnamen genannt worden sind. Medusaceratops wurde allerdings zunächst für einen Albertaceratops gehalten, so dass man häufiger „Medusaceratops“ als informellen Namen für Albertaceratops benutzt hat. Etwas unbekannter, aber schon längst unter einen anderen Namen beschrieben war der Rubeosaurus ovatus, ebenfalls aus dem Campanium Montanas. Rubeosaurus hielt man zunächst für einen Styracosaurus bis man anhand von neuem Material feststellte, dass er eine eigene Gattung repräsentiert. Wenig erwähnt wurden bislang der Tatankaceratops (Fundort unbekannt) und der Ojoceratops fowleri aus dem Campanium New Mexicos. Ebenfalls ohne weitere Angaben kann man den Namen einer neuen Archaeoceratops Art, Archaeoceratops yujingziensis, lesen. Allerdings fehlen weitere Angaben über dieses Tier welches wohl in der Frühkreide Chinas lebte. In dem Buch werden weitere neue Taxa angedeutet und das Internet selber nennt noch einen weiteren Ceratopsier, den Utahceratops der allerdings noch unbeschrieben ist und sehr wahrscheinlich nicht im kürzlich veröffentlichten Ceratopsia Sammelband präsentiert wird.

Neben den ganzen Ceratopsier Neubeschreibungen geht auch die Forschung am Genus Iguanodon weiter. David Norman präsentierte kürzlich zwei neue Taxa die ursprünglich als Iguanodon Arten beschrieben worden sind. Die eine Art, der Barilium dawsoni ist ein großer schwergebauter, etwa 8m langer Styracosterne, die andere, der schlank gebaute 6m lange, mit verlängerten Wirbelstacheln ausgestattete Hypselospinus fittoni ein Iguanodontoide. Beide stammen aus dem Valanginium Englands. Der Iguanodon hollingtonensis, eine weitere dubiose Iguanodon Art, ist laut Norman ein Synonym des Hypselospinus.

Trotz dieser ganzen "Vogelbeckendinosaurier" haben wir aber auch wieder den obligatorischen Theropoden. Diesmal ist es ein Theropode aus dem Sinemurium oder Pliensbachium Arizonas. Kayentavenator war etwas moderner als sein Zeitgenosse Dilophosaurus, aber ist leider durch wenige Überreste bekannt. Sein Autor hält Kayentavenator elysiae für einen sehr frühen Tetanurae Theropoden. Da seine Reste aber spärlich und zudem juvenil sind, könnte eine genaue systematische Einstufung schwer sein was bedeutet, dass diese Form auch ein Ceratosaurier oder ein andere Art von Neotheropode sein könnte.
Wow… dreizehn Taxa innerhalb der letzten drei Wochen, unglaublich..

Donnerstag, 27. Mai 2010

Noch mehr Ceratopsier

Noch ein Posting über Ceratopsier, das Inhaltsverzeichnis eines Buches namens "New Perspectives on Horned Dinosaurs.The Royal Tyrrell Museum Ceratopsian Symposium" verspricht einiges. Also ich sehe neue Taxa ankommen!

Part 2. Systematics and New Ceratopsians
2. Taxonomy, Cranial Morphology, and Relationships of Parrot-Beaked Dinosaurs (Ceratopsia: Psittacosaurus) \ Paul C. Sereno
3. A New Species of Archaeoceratops (Dinosauria: Neoceratopsia) from the Early Cretaceous of the Mazongshan Area, Northwestern China \ Hai-Lu You, Kyo Tanoue, and Peter Dodson
4. A Redescription of the Montanoceratops cerorhynchus Holotype with a Review of Referred Material \ Peter J. Makovicky
5. First Basal Neoceratopsian from the Oldman Formation (Belly River Group), Southern Alberta \ Tetsuto Miyashita, Philip J. Currie, and Brenda J. Chinnery-Allgeier
6. Zuniceratops christopheri: The North American Ceratopsid Sister Taxon Reconstructed on the Basis of New Data \ Douglas G. Wolfe, James I. Kirkland, David Smith, Karen Poole, Brenda J. Chinnery-Allgeier, and Andrew McDonald
7. Horned Dinosaurs (Ornithischia: Ceratopsidae) from the Upper Cretaceous (Campanian) Cerro del Pueblo Formation, Coahuila, Mexico \ Mark A. Loewen, Scott D. Sampson, Eric K. Lund, Andrew A. Farke, Martha C. Aguillón-Martínez, Claudio A. de Leon, Rubén A. Rodríguez-de la Rosa, Michael A. Getty, and David A. Eberth
8. New Basal Centrosaurine Ceratopsian Skulls from the Wahweap Formation (Middle Campanian), Grand Staircase—Escalante National Monument, Southern Utah \ James I. Kirkland and Donald D. DeBlieux
9. A New Pachyrhinosaurus-Like Ceratopsid from the Upper Dinosaur Park Formation (Late Campanian) of Southern Alberta, Canada \ Michael J. Ryan, David A. Eberth, Donald B. Brinkman, Philip J. Currie, and Darren H. Tanke
10. New Material of "Styracosaurus" ovatus from the Two Medicine Formation of Montana \ Andrew T. McDonald and John R. Horner
11. A New Chasmosaurine (Ceratopsidae, Dinosauria) from the Upper Cretaceous Ojo Alamo Formation (Naashoibito Member), San Juan Basin, New Mexico \ Robert M. Sullivan and Spencer G. Lucas
12. A New Chasmosaurine Ceratopsid from the Judith River Formation, Montana \ Michael J. Ryan, Anthony P. Russell, and Scott Hartman
13. Description of a Complete and Fully Articulated Chasmosaurine Postcranium Previously Assigned to Anchiceratops (Dinosauria: Ceratopsia) \ Jordan C. Mallon and Robert Holmes
14. A New, Small Ceratopsian Dinosaur from the Latest Cretaceous Hell Creek Formation, Northwest South Dakota, United States: A Preliminary Description \ Christopher J. Ott and Peter L. Larson

Neue Ceratopsier

Im neuesten Nature präsentieren Ösi, Butler und Weishampel einen neuen europäischen Ceratopsier namens Ajkaceratops kozmai. Diese Form lebte zusammen mit Nodosauriden (Hungarosaurus tormai) und Rhabdodontiden im heutigen Ungarn und war ein Bestandteil der so genannten Iharkùt Fauna. Anhand der Schädelreste lässt sich eine Verwandtschaft zwischen Ajkaceratops und asiatischen Formen wie Bagaceratops erkennen. Diese Ähnlichkeiten zeigen, dass die europäischen Ceratopsier wohl ähnlich wie die europäischen Hadrosauroiden ursprünglich über Asien nach Europa gekommen sind, eine Einwanderung vom Westen, also von Nordamerika aus erscheint unwahrscheinlich. Ajkaceratops stammt aus dem Santonium, ist aber nicht der erste europäische Ceratopsier der entdeckt wurde. Schon vor einigen Jahren wurde der Craspedodon als Ceratopsier identifiziert. Leider ist diese Form aber nur durch Zähne bekannt und in dem neuen Ajkaceratops Paper wird seine Ceratopsier Identität stark angezweifelt. Einen weiteren Ceratopsier kennt man aus der Spätkreide Skandinaviens (Schweden meine ich…). Das Tier ist durch Beinknochen bekannt die Ähnlichkeiten zum Leptoceratops aufzeigen. Obwohl Leptoceratops ein amerikanisches Tier war, hatte auch er Verwandte in Asien (und stammte wohl ursprünglich auch von dort). Einen Namen hatte diese Form allerdings nie erhalten und wird sie sehr wahrscheinlich auch nicht da vielleicht die bekannten Überreste keine spezifischen Merkmale aufweisen die eine Benennung rechtfertigen würde.
Und wer glaubt, dass ein europäischer Ceratopsier aus der Verwandtschaft des asiatischen Bagaceratops ein Hammer wäre, der sollte sich einmal über diesen Dinosaurier informieren: Sinoceratops zhuchengensis. Sinoceratops ist etwas besonderes, er ist der erste zweifelsfreie Ceratopside und nicht nur das, er ist sogar ein basaler Centrosaurine. Laut dem Abstrakt war er größer als die meisten anderen Centrosaurinen und scheint auch einige Ähnlichkeiten mit basalen Chasmosaurinen gehabt zu haben was etwas die Unterscheidung zwischen den beiden Untergruppen aufhebt. Die Neuentdeckungen können also auch ohne Theropoden spannend sein.

Ősi, A., R.J. Butler & David B. Weishampel. 2010. A Late Cretaceous
ceratopsian dinosaur from Europe with Asian affinities. Nature 465: 466-468.DOI: doi:10.1038/nature09019

Xu, Wang, Zhao & Li (2010): First ceratopsid dinosaur from China and its biogeographical implications

Neuigkeiten aus der Forschung

In den letzten Wochen hat sich einiges getan, nur hier im Blog nicht. Mehrere neue Taxa wurden beschrieben und vorgestellt und auch andere Neuigkeiten aus der paläontologischen Fachwelt wurden präsentiert so das ich (mal wieder) gar nicht weiß wie und wo ich anfangen soll. Da Dinosaurier so beliebt sind, fangen wir doch einfach einmal mit den neuen Taxa an.

Hadrosauroidae Wochen

Ornithopoden, Iguanodonten und Co. wurden in den letzten Monaten oft relativ stiefmütterlich behandelt, doch in den letzten 3 Wochen bekam die Gruppe der Hadrosauroidae „Zuwachs“, gleich zwei basale Hadrosauroiden aus der nordamerikanischen Spätkreide sind beschrieben worden. Die erste ist der Glishades ericksoni, ein basaler Hadrosauroide aus der Spätkreide Montanas. Glishades hat mich überrascht und das vor allem wegen seinen Verwandtschaftsbeziehungen zu anderen Formen, den er war offenbar das Schwestertaxon zum asiatischen Bactrosaurus und damit eine relativ primitive Form. Basale Hadrosauroiden aus dem spätkreidezeitlichen Nordamerika sind relativ selten, wohingegen sie in Asien bislang häufiger anzutreffen waren. Noch überraschender ist die Formation in der Glishades gefunden wurde, er war nämlich kein Tier der frühen Spätkreide sondern ein deutlich zum Ende der Kreidezeit lebender Hadrosauroide der Seite an Seite mit fortgeschritteneren Formen wie Maiasaura lebte. Um den Reigen perfekt zu machen wurde aus dem frühspätkreidezeitlichen (Turonium) New Mexico ein weiterer primitiver Hadrosauroide entdeckt. Jeyawati rugoculus lebte Seite an Seite mit dem einzigen bislang beschrieben nordamerikanischen Therizinosauriden und dem Ceratopsier Zuniceratops. Verwandtschaftlich stand er zwischen Formen wie dem Probactrosaurus (der primitiver war) und Shuangmiaosaurus (der moderner war). Das bedeutet, dass Jeyawati basaler als Glishades war, was aber nicht überrascht, da dieser früher als Glishades lebte (dies ist nicht immer der Regelfall, aber häufig). Um die Hadrosauroidae Wochen rund zu machen, hat eine Studie gezeigt, dass der südamerikanische Secernosaurus mit dem ebenfalls in Südamerika lebenden Kritosaurus australis identisch war und dieser zusammen mit einer weiteren, noch unbenannten Form aus Argentinien eine eigene kleine Gruppierung innerhalb der Hadrosaurinae bildet. Eine ebenfalls noch unbenannte Form aus den USA mag die Gruppe dann komplett machen.

Der obligatorische Theropode

Eine Präsentation von neuen Taxa ohne einen einzigen Theropoden geht natürlich irgendwie nicht, es muss immer einer von diesen Dinosauriern dabei sein, sonst fehlt irgendwas. Diesmal ist es aber mal kein gefiederter asiatischer Paraves oder ähnliches sondern ein mittelgroßer, argentinischer Abelisauroide aus der späten Spätkreide (Maastrichitum). Von dieser Form kennt man nur wenige Reste darunter Armknochen und deswegen nannte man ihn wohl auch Austrocheirus isasii. Auch hier ist das geologische Alter ungewöhnlich denn ein Abelisauroide ist deutlich basaler als beispielsweise ein Carnotaurine. Die Arme zeigen allerdings einen ähnlichen Verkürzungstrend, so das man annehmen kann, dass sich die Reduzierung der Vorderläufe innerhalb der Ceratosaurier Gruppe einige Mal unabhängig voneinander vollzogen hat.

Australische Theropoden

Ein weiters Paper von Agnolin et al. beschäftigt sich mit australischen Dinosaurier, v.a. mit ihren möglichen verwandtschaftlichen Beziehungen zu anderen Dinosauriern. Leider habe ich das Paper nicht selber gelesen, zwei Ergebnisse kann ich aber verkünden. Der Theropode Timimus hermani, der anhand von Beinkochen beschrieben worden ist die man einst für die Knochen eines Ornithomimosauriers gehalten hat, scheint ein unenlagiiner Dromaeosauride gewesen zu sein und der große Rapator ornitholestoides ist wohl ein nicht näher zu bestimmender Verwandter (Synonym?) des kleineren Australovenators. Wenn mir das Paper in die Hände fallen sollte kann ich sicherlich noch mehr Ergebnisse präsentieren.

Von der Leichtigkeit des Seins oder wenn ich kein Konzept habe und trotzdem etwas mache.

Wir halten einmal fest, zunächst wollte ich nur einen allgemeinen News Blog führen, der sich mit unterschiedlichen Themen bezüglich des Mesozoikums und seiner Bewohner befasst. Dann wollte ich spezieller werden und etwas über die Tiere schreiben die im mitteleuropäischen Mesozoikum lebten. Die Idee war gut, doch was ist daraus geworden? Wenn man sich die letzten Nachrichten im Blog anschaut, dann ist da eigentlich gar nichts raus geworden. Ich habe weder neue Artikel verfasst, noch irgendetwas anderes verfasst was aber zwei Gründe hat: Zum einen hatte ich keine Zeit, zum anderen war ich mal wieder so unentschlossen das ich den Blog zunächst (mal wieder) deaktivieren wollte. Dass ich mich aber dennoch hinsetze und etwas poste zeigt, dass mir der Blog nicht egal ist und ich damit weitermachen möchte.

Sed nunc quo vadis?

Die Frage ist berechtigt und ich kann sie ehrlich gesagt nicht beantworten. Wahrscheinlich werde ich einfach so weiter machen wie bisher, zwischendurch hier einmal etwas posten und dem Blog nicht irgendein Thema aufzwingen. Vielleicht kommt das Thema dann ja auch ganz von alleine, das wäre gut. Also ganz einfach mal anfangen… mit der Leichtigkeit des Seins…

Montag, 26. April 2010

Älteste Feder Europas (der Welt?)

Im Jahr 1861 wurde im bayrischen Solnhofen die wohl älteste Feder Europas gefunden, die Schwungfeder eines Archaeopteryx lithographica. Diese Feder zeigte der damaligen staunenden Fachwelt, dass es bereits im Spätjura federtragende Tiere gegeben haben muss wobei freilich der (womögliche) Besitzer der Feder erst einige Jahre später durch Skelettreste nachgewiesen werden konnte. Der bekannte Paläontologe Günther Schweigert hat nun im Nusplinger Plattenkalk (Schwäbische Alb) die 8mm lange Körperfeder eines noch unbekannten Theropoden gefunden. Der Fund ist älter als der Federfund aus Solnhofen und sieht auch nicht ganz so schön aus, ist aber enorm wichtig da er zeigt, dass bereits vor dem Archaeopteryx gefiederte Tiere in Deutschland bzw. in Europa gab. Über die Identität des Besitzers kann nur spekuliert werden. Ein "Urvogel" ist natürlich der wahrscheinlichste Besitzer, es könnte sich bei dem Federträger auch um einen kleinen Non-Avian Theropoden gehandelt haben. Der älteste Beweis für einen federtragenden Dinosaurier ist die Feder trotz aller Euphorie allerdings nicht: Ein kleiner chinesischer Theropode namens Pedopenna konnte ebenfalls als Federträger nachgewiesen werden, ferner zeigen Sitzabdrücke von Theropoden aus dem Frühjura der USA ebenfalls federähnliche Struktur.
Der kleine Federträger lebte zusammen mit anderen Tieren in einer lagungenähnlichen Umgebung. Die Nusplinger Plattenkalke sind v.a. für ihre marinen Fossilien bekannt geworden, inkl. für den spektakuläten Fund eines "zerbissenen" Geosaurus Krokodils.

Freitag, 16. April 2010

Semsterbeginn, Änderungen am Blog

Nun hat das Semester begonnen und ich werde wohl den Blog mal wieder ein wenig im Stich lassen. Keine Angst, er wird nicht geschlossen oder so. Viel mehr möchte ich eine Richtung einschlagen, mit der ich schon vor einiger Zeit geliebäugelt habe. Ein Blog, nur über das Wirbeltierleben in der deutschen Urzeit, das gibt es bislang noch nicht.. glaube ich. Aber keine Angst, ich werde auch über den Tellerrand schauen, daher heißt der Untertitel dieses Blogs nun ab heute "Neues aus dem Germanischen Beckens".
Tolle Sache, oder?

Ergänzung:

Nun ja muss mich noch einmal etwas verbessern oder zumindest etwas genauer werden. "Neues aus dem Germanischen Becken" wäre etwas zu wenig da dieser Blog dann thematisch nur das Leben Mitteleuropa zwischen dem Perm und der Triaszeit behandeln würde. Das wäre zwar auch interessant, aber nicht meine Intention, denn meine Intention ist es, über das urzeitliche Mitteleuropa (hauptsächlich Deutschland und den Anrainerstaaten) zu bloggen. Daher das Germanische Becken weg und Mitteleuropa rein.

Donnerstag, 8. April 2010

Archaeopteryx ein Nachtjäger?

Mit einer der bekanntesten Bewohner der deutschen Jurazeit dürfte der "Urvogel" Archaeopteryx sein. Etliche Skelettreste sind von diesem Tier bekannt und seit seiner Entdeckung im Jahr 1861 wurde etliche Kontroversen über dieses Tier geführt. Wirklich Ruhe kehrte nie um Archaeopteryx ein. Für neuen Diskussionsstoff dürfte die Studie des Forschers Lars Schmitz (University of California, Davis) sorgen. Schmitz untersuchte die Schädelanatomie von 77 Vogelarten und kam zu dem Schluss, dass bestimmte Größe, nämlich Diameter Größe des inneren und äußeren Scleral Ringes (Ein Knochenring der die Pupillen umgibt) sowie die Tiefe der Augenhöhlen Auskunft darüber gibt wann der jeweilige Vogel am aktivsten ist.Weite Scleral Ringe und tiefe Augenhöhlen sprechen für eine nachtaktive Lebensweise und genau dieses Merkmal hat offenbar auch der Archaeopteryx. Der Urvogel könnte also ein nachtaktives Lebewesen gewesen sein, vielleicht gerade deswegen um nicht in Konkurrenz mit den anderen Carnivoren (Pterosaurier, andere Theropoden) zu stehen die in seinem Lebensraum lebten.

Mehr dazu:

http://www.newscientist.com/article/mg20627545.500-archaeopteryx-may-have-hunted-at-night.html

Dienstag, 30. März 2010

Neue Theropoden

Die meisten Dinosaurier die in den letzten Monaten beschrieben worden sind, hatten einige Gemeinsamkeiten: Sie waren a.) Theropoden b.) sie lebten in Asien und c.) sie waren Tyrannosauroiden. Die beiden neuesten Vertreter der Dinosaurier Gruppe erfüllen genau diese Bedingungen fast. Sagen wir also "Hallo" zu Xixianykus zhangi und Kileskus aristotocus:

Xixianykus (Xu, Wang, Sullivan,Hone, Han, Yu & Du, 2010)
Xixianykus zhangi(Xu, Wang, Sullivan,Hone, Han, Yu & Du, 2010)
Fundort: Henan / China
Fundformation: Majiacun Fm.; Spätkreide (Santonium)

Informationen: Ein kleiner spätkreidezeitlicher basaler Mononykinae bzw. Parvicurosorine der sehr stark an einen schnellen Lauf angepasst war. Seine Beine waren etwa 20cm lang, das ganze Tier 50cm.

Quelle:
Xu, X., Wang, D-J., Suillivan, C., Hone, D.W.E., Han, F-L., Yan, R,H. & Du F-M. (2010) A basal parvicursorine (Theropoda: Alvarezsauridae) from the Upper Cretaceous of China. Zootaxa 2413: 1–19

Kileskus (Averianov, Krasnolutskii & Ivantsov, 2010)
Kileskus aristotocus (Averianov, Krasnolutskii & Ivantsov, 2010)
Fundort: Sibirien / Russland
Fundformation: Itat Fm.; Mitteljura (Bathonium)

Informationen: Kileskus ist ein neuer, sehr früh lebender Tyrannosauroide der eng mit dem Proceratosaurus und dem Guanlong verwandt ist. Von ihm sind Kieferreste und einige Körperskelettreste bekannt.

Quelle:
Averianov, A.O., Krasnolutskii, S.A., and Ivantsov, S.V. (2010) A new basal coelurosaur (Dinosauria: Theropoda) from the Middle Jurassic of Siberia. Proc. of the Zool. Inst. RAS Vol 314 No. 1 42-57

Noch unbeschrieben ist ein weiter Tyrannosauroide der aus Victoria/Australien stammt. Die Reste dieser etwa 3m langen Form besteht aus einen Beckenknochen welcher Ähnlichkeiten mit den Resten des Raptorex aufweist. Die Forscher vermuten auch hier, dass das Tier wie die großen "echten" Tyrannosaurier kurze Vorderarme hatte und einen großen schweren Kopf. Ein Interview mit einen der Entdecker dieses Tieres findet sich hier.

Donnerstag, 25. März 2010

Gruselig...

Da entdecke ich quite by chance einen interessanten News Artikel
auf der ARD Nachrichtenseite über neue Erkenntnisse aus der Humanevolution die wahnsinnig interessant sind und muss dann solche Diskussionen in der Kommentaren lesen.
Einige Meinungen (aber längst nicht alle) sind gruselig oder?

Mittwoch, 24. März 2010

Nordamerikanischer Sauropodomorpha

Sie sind selten und daher etwas besonderes, die nordamerikanischen Sauropodomorpha. Nachdem ich beim letzten Posting mal wieder einen afrikanischen Sauropodomorphen vorgestellt habe, kann ich diesmal hier einen amerikanischen präsentieren. Wenn man sich das Paper durchliest merkt man auch, dass es mit Sicherheit noch weitere Taxa aus der Ecke geben wird, nur leider sind sie noch nicht beschrieben. Nehmen wir uns aber erst einmal den "Neuen" vor:

Seitaad(Sertich & Loewen, 2010)
Seitaad ruessi(Sertich & Loewen, 2010)
Fundort: Utah / USA
Fundformation: Navajo Sandstone Formation; Frühjura (Pliensbachium?)

Informationen: Der am besten bekannte basale Sauropodomorphe den man aus den Westen Nordamerikas kennt. Leider kann man anhand seiner Reste nicht bestimmten ob er ein Plateosauride oder ein Massospondylide war. Der Name ist interessant. Der Gattungsname bezieht sich auf ein mythologisches Sandungeheuer aus den Legenden der Navajo während der Speziesname das verschwundene Mitglied einer Expedition ehrt die 1934 in Utah statt fand. Hat hier ein Sèìt'ààd den armen Everett Ruess verspeist? ;-)

Quelle:
Sertich, J.J.W., & Loewen, M. (2010). A New Basal Sauropodomorph
Dinosaur from the Lower Jurassic Navajo Sandstone of Southern Utah
PLoS ONE, 5 (3) DOI: 10.1371/journal.pone.0009789

Sonntag, 21. März 2010

Neuer Sauropodomorphe

Hallo,

zeitgleich mit dem Linheraptor berichtete Dinodata noch von einem neuen primitiven Sauropoden aus dem Frühjura Afrikas. Den will ich euch natürlich nicht vorenthalten:

Ignavusaurus (Knoll, 2010)
Ignavusaurus rachelis (Knoll, 2010)
Fundort: Hal Ralekoala (Lesotho)
Fundformation: Upper Elliot Formation; Frühjura (Hettangium?)

Informationen: Spätlebender, primitiver Sauropodomorphe. Ignavusaurus ist primitiver als Formen wie Efraasia, aber weiter entwickelter als z.B. der Thecodontosaurus.

Quelle:
Knoll, F. (2010) A primitive sauropodomorph from the upper Elliot Formation of Lesotho Geological Magazine Cambridge University Press doi:10.1017/S001675681000018X

Freitag, 19. März 2010

Linheraptor, ein neuer Dromaeosauride aus Asien

Hallihallo,
nach dem Ausflug in heimatliche Gefilde kommt mal wieder ein neuer Dino zu uns. Es ist ein Theropode und er kommt aus China (habt ihr auch Sehnsucht nach chinesischen Theropoden gehabt?)

Linheraptor (Xu, Choiniere, Pittman, Tan, Xiao, Li, Tan, Clark, Norell, Hone & Sullivan, 2010)
Linheraptor exquisitus(Xu, Choiniere, Pittman, Tan, Xiao, Li, Tan, Clark, Norell, Hone & Sullivan, 2010)
Fundort: China (Innere Mongolei)
Fundformation: Wulansuhai Formation

Informationen: Ein kleiner bipeder Fleischfresser der durch ein gute erhaltenes Skelett beschrieben worden ist. Die Form ist am engsten mit dem Tsaagan verwandt und bildet mit diesen zusammen eine eigene asiatische Dromaeosauriden Linie die wohl mit Formen wie dem fortschrittlicheren Velociraptor verwandt war.

Literatur:

Xu X., Choiniere J.N., Pittman M., Tan Q., Xiao D., Li Z., Tan L.,Clarck J.M., Norell M.A., Hone D.W.E. & Sullivan C. 2010.
A new dromaeosaurid (Dinosauria: Theropoda) from the Upper Cretaceous
Wulansuhai Formation of Inner Mongolia, China.
Zootaxa 2403: 1–9 (19 Mar. 2010).

Dienstag, 16. März 2010

Von einem der auszog um...

... etwas über mögliche deutsche Silesauriden zu schreiben. Als mir die Idee kam dazu was zu schreiben, fielen mir eine Menge von möglichen Kandidaten ein die vielleicht Sileisauriden sein könnten. Doch nachdem ich mich ein wenig intensiver mit dem Thema beschäftigt hatte, blieben davon nicht mehr viele über. Sicher, es war vom Anfang an schon klar, dass man bislang noch keinen einzigen Vertreter der Silesauride in der deutschen Trias gefunden hat. So ging ich viel mehr dazu über Indizien und "Verdächtige" zu suchen, eine Suche, die aber schnell auf Ernüchterung stieß. Mein erster Kandidat war Rotodactylus. Der Name bezieht sich auf Fußabdrücke die man u.a. im Buntsandstein Thüringens entdeckte. Der Fährtenproduzent war ein kleines Tier und lebte etwa von der Späten Frühtrias bis zur Frühen Mitteltrias. Das Alter wäre schon enorm wenn es sich hierbei wirklich um einen Silesauriden handelte. Studien haben gezeigt, dass die Spuren tatsächlich von kleinen Dinosaurierverwandten, Dinosauromorphen, stammten und sie (Haubbold) schrieben sie einem dem südamerikanischen Lagosuchus nicht unähnlichen Tier zu. Und hier begann mein Fehler. Ich dachte, dass Lagosuchus derselbe wie Pseudolagosuchus sein könnte, was aber offenbar nicht stimmt, denn Lagosuchus (und auch der Marasuchus) sind primitiver, also definitiv keine Silesauriden. Interessant das ein solches Tier in der deutschen Trias lebte, aber es war nicht das was ich gesucht habe. Ein nächster, wenn schon von Anfang an zweifelhafter, Kandidat war Avipes dillestadtianus. Avipes ist durch Fußknochen bekannt die man zunächst einem Coelophysiden Dinosaurier zuschrieb und tatsächlich erinnern die Knochenmerkmale an einen Dinosaurier. Wenn Avipes wirklich einer war, dann war er einer der ältesten bekannten Dinosaurier überhaupt. Allerdings sind die Merkmale des Knochens nicht für die Dinosauria Gruppe allein charakteristisch, auch andere Formen haben diese Merkmale und so kam mir in den Sinn, dass vielleicht Avipes ein möglicher Silesaurid war. Aber das ist zwar nicht unmöglich, aber unwahrscheinlich da er auch ein Krokodil oder etwas ähnliches sein könnte. Also auch kein Silesaurid. Nur eine Spur klingt vielversprechend und das ist ein Vergleich der bekannten europäischen Trias Faunen untereinander. Der polnische Silesaurus lebte Seite an Seite mit einem großen Rauisuchia (Polonosuchus) und großen Amphibien (Metoposaurus) sowie einem Phytosauria (Palaeorhinus). Solche Tiere sind auch aus der deutschen Trias bekannt und außer dem Polonosuchus kennt man sogar Metoposaurus und Palaeorhinus aus Deutschland. Schaut man nun etwas westlicher nach Frankreich, der Schweiz und Belgien, dann kennt man auch von dort ominöse Zahnfunde, die vielleicht zu einen Silesauriden gehören, aber vormals primitiven Ornithischia gehörten. Ob diese Zähne wirklich zu Silesauriden gehörten ist nicht bewiesen, das allerdings Deutschland keine Silesauriden beherbergte ist angesichts der polnischen Funde ebenfalls eher unwahrscheinlich.

Quellen:

Dzik (2003): A beaked herbivorous archosaur with dinosaur affinities from the early late triassic of Poland

Klein & Haubold (2007): Archosaur Footprints - Potential For Biochronology Of Triassic Continental Sequences

Godefroit & Knoll (2003): Late Triassic Dinosaur Teeth From Southern Belgium

Irmis, Parker, Nesbitt & Liu (2006): Early Ornithischian Dinosaurs: The Triassic Record

Sonntag, 7. März 2010

Neuer Abelisauride

Nun ja heute noch nichts über die deutsche Trias und die möglichen Silesauriden die dort gelebt haben könnten. Dafür kommt heute etwas über einen neuen Abelisauriden aus der indischen Spätkreide.

Rahiolisaurus(Novas, Chaterjee, Rudra & Datta, 2010)
Rahiolisaurus gujaratensis (Novas, Chaterjee, Rudra & Datta, 2010)
Fundort: Indien (Madhja Pradesh?)
Fundformation: Lameta Formation. Spätkreide (Mittelspätes Maastricht)

Informationen: Die Beschreibung dieses Theropodens ist noch nicht offiziell. Es handelt sich bei ihm um einen neuen Abelisauriden. Wie er verwandtschaftlich zu den anderen indischen Abelisauriden steht ist noch nicht klar.

Literatur:

Novas, Chaterjee, Rudra and Datta, 2010. Rahiolisaurus gujaratensis, n. gen. n. sp., a new abelisaurid theropod from the Late Cretaceous of India. In Bandyopadhyay (ed). New Aspects of Mesozoic Biodiversity. 132. Heidelberg: Springer. Lecture Notes in Earth Science.

Donnerstag, 4. März 2010

Konzeptionelle Änderungen

Eine Webpräsenz die sich nicht ändert, kann generell als perfekt oder als tot bezeichnet werden. Besser ist es meiner Meinung nach wenn sich immer mal wieder etwas ändert. Bei Antiquus Mundus wird sich etwas ändern und zwar das Konzept. Nachdem ich in letzter Zeit fast nur noch News Artikel über neue Dinosaurier Taxa geschrieben habe, kam mir die Idee endlich auch mal was anderes zu posten. Die News Artikel bleiben in ihrer Form erhalten daneben wird es in Zukunft aber auch Artikel geben die sich,ähnlich wie der Artikel über den Langenberg Quarry Raptor mit dem urzeitlichen Deutschland beschäftigen werden. Spitze, oder? Und wie kam ich darauf? Ganz einfach, der folgende Artikel hat mich darauf gebracht so etwas zu bringen. Diese Artikel benötigen allerdings etwas mehr Zeit also immer mal wieder im Blog nachschauen.

Ciao ciao.

Asilisaurus und die Silesauridae

Obwohl ich in diesem Blog häufig über Dinosaurier blogge, schaue ich mir natürlich auch gerne andere Entdeckungen, an die vom Leben aus grauer Vorzeit erzählen. Ganz besonders interessant finde ich hierbei andere Archosaurier Gruppen, die sich ihren Lebensraum teilweise noch mit den ersten Dinosaurier teilten und wahrscheinlich erst durch Aussterbewellen und anschliessender Kompetition von den Dinosauriern verdrängt worden sind. Ich muss zugeben, dass viele dieser Tiere den Dinosauriern recht nahe standen und sich äußerlich manchmal kaum von ihnen unterscheiden, so das der Laie auch einige dieser Tiere schnell für einen Dinosaurier halten könnte. Die Frage die sich hierbei oft stellt ist wann das betreffende Tier ein Dinosaurier ist und wann noch nicht. Sehr dinosaurierähnlich sind die Silesauriden und ihr neuester bekannte Vertreter, der Asilisaurus kongwe ist der älteste bekannte Vertreter dieser Familie. Die Form stammt aus der Mittleren Triaszeit Tansanias und teilte sich ihren Lebensraum mit anderen Pflanzenfressern wie den Rhynchosauriern und großen räuberischen Verwandten wie dem Ticinosuchus (aka "Mandasuchus"). Ähnlich wie spätere herbivore Dinosaurier hatten sich auch die omnivoren bzw. herbivoren Silesauriden aus carnivoren Vorläufern entwickelt. Kommen wir aber zurück zur Dinosaurierähnlichkeit. Silesauriden sind den Dinosauriern und speziell einer Ordnung sehr ähnlich, nämlich den Ornithischia und tatsächlich wurde der erste je identifizierte Silesauride, der Silesaurus zunächst für einen Sauropodomorphen und später für einen sehr ursprünglichen Ornithischier Dinosaurier gehalten. Diese Theorie hält sich aber noch bis heute obwohl Analysen zeigen, dass die Silesauridae eher ein Schwestertaxon des Taxon Dinosauria innerhalb der Ornithodira repräsentiert. Interessant wäre es aber wenn die Silesauriden Ornithischia wären. Dann wäre der schon erwähnte, neu entdeckte Asilisaurus, nicht der älteste Verwandte der "Archosaurian Avian- Lineage", sondern der älteste bekannte Dinosaurier. Silesauriden waren recht schlanke grazile Tiere die auf allen vieren umherliefen und offenbar, so scheinen einige Fundsituationen auf ein recht geselliges Leben hinzudeuten. Das Leben in der Gruppe könnte vor Raubfeinden geschützt haben, denn in allen Lebensräumen lebten große Pseudosuchier Räuber wie der Polonosuchus, der Saurosuchus oder der Postosuchus. Die Zahl der bekannten Silesauriden hat sich im Laufe der Jahre stark vergrößert. War zunächst nur der polnische Silesaurus opolensis bekannt, kamen schnell andere Formen hinzu, mittlerweile kennt man aus der Spättrias Brasiliens den Sacisaurus aguodensis und den neu entdeckten Asilisaurus der, wie schon gesagt wurde der älteste Silesauride war. Neben den neu beschriebenen Formen gibt es aber auch einige Vertreter, die zunächst für Dinosaurier gehalten worden sind. Bekannte Fälle sind die beiden nordamerikanischen Taxa Technosaurus und Revueltosaurus, die man anfangs nur durch Zähne kannte, die man Lesothosaurus ähnlichen Formen zuschrieb. Daneben gibt es auch noch Formen wie den Kryzanowskisaurus und den Lucianosaurus die wohl aber eher mit dem Revueltosaurus identisch waren. Ebenfalls identisch miteinander sind wahrscheinlich die südamerikanischen, etwas später als Asilisaurus lebenden, Formen Lewisuchus und Pseudolagosuchus, die sich ebenfalls als Silesauriden entpuppten. Eine große Überraschung war, dass auch der Eucoelophysis baldwini ein vermuteter Theropode, der vormals der Typ des echten Theropoden Coelophysis war, sich als Silesauride entpuppte. Auch der schottische Saltopus, der trotz seiner Unvollständigkeit ein wenig an Pseudolagosuchus (und dessen vermutliches alter ego Lagosuchus) erinnerte, mag ein Silesaurid gewesen sein. Wie man sehen kann, gab es Silesauriden überall (außer in Asien und Australien, bislang). Vielleicht auch in der deutschen Trias? Gut möglich wäre es...

Literatur:

Dzik, J. 2003. A beaked herbivorous archosaur with dinosaur affinities from the early Late Triassic of Poland. Journal of Vertebrate Paleontology 23:556-574.

Ezcurra, M.D. 2006. A review of the systematic position of the dinosauriform archosaur Eucoelophysis baldwini from the Upper Triassic of New Mexico, U.S.A. Geodiversitas 28:649-684.

Ferigolo, J. and M. Langer. 2007. A late Triassic dinosauriform from south Brazil and the origin of the ornithischian predentary bone. Historical Biology 19:23-33.

Nesbitt, S.J., Sidor, C.A., Irmis, R.B., Angielczyk, K.D., Smith, R.M.H., and L. A. Tsuji. 2010. Ecologically distinct dinosaurian sister group shows early diversification of Ornithodira. Nature. doi:10.1038/nature08718

Mittwoch, 24. Februar 2010

Neuer Brachiosauride

Hallo,
heute haben wir einen neuen nordamerikanischen Sauropoden. Das hatten wir echt schon lange nicht mehr.

Abydosaurus (Chure, Britt, Whitlock & Wilson, 2010)
Abydosaurus mcinthoshi (Chure, Britt, Whitlock & Wilson, 2010)
Fundort: Utah / USA
Fundformation: Cedar Mountain Fm.(Frühkreide: Albium)

Informationen: Dieser Brachiosauride ist durch einen sehr gut erhaltenen Schädel bekannt der der am besten erhaltenste eines frühkreidezeitlichen Sauropoden aus Nordamerika ist.

Quelle: Chure, D., Britt, B.B., Whitlock, J.A. & Wilson, J.A. (2010) First complete sauropod dinosaur skull from the Cretaceous of the Americas and the evolution of sauropod dentition. Naturwissenschaften DOI 10.1007/s00114-010-0650-6